Erarbeitung neuer Radtouren ab Lübbenau/Spreewald
AG Stadtmarketing „Wir für Lübbenau“ widmet sich Forschungsergebnissen zu Radrouten
10.4.2026
Die AG Stadtmarketing „Wir für Lübbenau“ (WfL) holte sich erneut studentische Unterstützung, diesmal von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Bereits im letzten Jahr beschäftigten sich die Mitglieder der Stadtmarketingrunde mit Lübbenau als Rad-Destination. Die Spreewaldstadt sei eher kein Etappenziel auf Fernradwegereisen, da dafür Unterkunftskapazitäten für eine Nacht fehlten. Als Ausgangpunkt für Tagestouren mit dem Zweirad eigne sich Lübbenau/Spreewald hingegen sehr.
Wie Mitarbeiter der Spreewald-Touristinformation Lübbenau (STI) informieren, ließen sich Gäste gern Routen-Empfehlungen vor Ort, in der STI geben. Online-Routenvorschläge werden mittels Smartphone ebenfalls genutzt. Beliebt seien Apps wie Komoot und outdooractive. Die dort eingestellten Touren, so sind sich die WfL-Teilnehmer einig, sollten überprüft werden. Nur so könne man sie auch besten Gewissens weiterempfehlen. Nico Heitepriem, Referent für Forschung und Monitoring beim Biosphärenreservat Spreewald schlug vor, dies von Hochschülern übernehmen zu lassen. Er übergab schließlich einen Projektauftrag zu nachhaltigem Fahrradtourismus an vier Studie-rende der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE Eberswalde). Zielstellung war die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für die Region inklusive der Erstellung neuer Radtouren-Routen.
Drei neue Radtouren ab Lübbenau/Spreewald erarbeitet
In der jüngsten Sitzung der Stadtmarketingrunde präsentierten die Studierenden des Masterstudiengangs Nachhaltige Regionalentwicklung Leon Bille, Julika Bollmann, Lilly Luisa Fellenberg und Joanne Hartkopf ihre Ergebnisse. Das Gebiet, in dem sie sich umschauten erstreckt sich von Lübbenau/Spreewald aus in Richtung Calau, Luckau und Vetschau – also in einem Radius zwischen 15 und 30 Kilometern. Bei der Radtouren-Planung besonders zu berücksichtigen waren die Autobah-nen 13 und 15, die das Areal durchqueren sowie einzelne Sperrzonen, die es in dieser Berg-baufolgelandschaft gibt. In der Stadtmarketingrunde ist man sich einig, dass man nur Wege bewerben könne, die offiziell freigegeben sind, die also nicht durch solche Sperrgebiete führen.
Die Studierenden waren mehrfach selbst mit dem Rad in den Gebieten unterwegs. Sie haben drei neue Routen mit einer Länge von 30 bis 60 Kilometern erstellt, wovon eine erweiterbar ist. In den kleinen Ortschaften, die dabei durchfahren werden, gäbe es eher wenige touristische Anziehungspunkte (Point of Interests, POIs). „Trotzdem führen die Strecken durch landschaftlich schöne Räume. Immer mehr Menschen sehnen sich nach Ruhe – die finden sie in der Region“, erzählt Lilly Luisa Fellenberg. Ländlicher Genuss, Kultur und Natur nennen die Studierenden ihre Themenrouten. Diese sollten nun weiterentwickelt werden.
AG Stadtmarketing "Wir für Lübbenau" will Tourenvorschläge konkretisieren und vermarkten
Die Hochschüler empfehlen Akteure und Einwohner bei der Produktentwicklung der Strecken ein-zubeziehen sowie die Angebote anschließend werbewirksam zu vermarkten. So könnten, nach Aussagen der jungen Leute, spezielle Rätseltouren für Familien kreiert, Audioguides mit historischen Infos rund um die Dörfer erstellt oder Regiomaten gefördert werden. In solchen Produkt-Automaten können die Urlauber regionale Produkte, wie Käse, Wurst oder Eis erwerben. Sie empfehlen diese einerseits als Alternative zu fehlender Gastronomie entlang des Weges. Zudem fördere dies auch die regionale Wertschöpfung.
Die neuen Tourenangebote könnten Lust machen, länger am Urlaubsort Lübbenau/Spreewald zu bleiben, „um noch mehr zu entdecken“. „Der Kontrast der Bergbaufolgelandschaft zum Spreewald schafft dabei neue Anreize. Das ist interessant für die Gäste“, so Lilly Luisa Fellenberg. Die Mitglieder der AG Stadtmarketing erhoffen sich mit den neuen Touren auch, touristische Fahrrad-Hot Spots in Lübbenau und Lehde zu entlasten.
In einer der nächsten Stadtmarketingrunden soll an dem Thema weitergearbeitet werden. Die Teilnehmer wollen besprechen, welche Angebote vermarktet werden können. Zudem sind detaillierte Tourenbeschreibungen auszuarbeiten und Gespräche mit Produzenten und Dienstleistern zu führen, um die Touren aufzuwerten. Natürlich will man die Tourenvorschläge auch testen. „Ich kenne Senioren, die Spaß daran hätten, diese Touren abzufahren“, bringt Queenie Nopper vom Gleis 3 ein. Schließlich müssen die Routen vollständig in die Freizeit-Apps implementiert werden. „Wir sollten auch Verknüpfungspunkte mit dem bestehenden Dörfer-Konzept erörtern“, schlägt Professor Felix Herle, als Moderator der Stadtmarketingrunde vor.
Anmerkung: Im obigen Text wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit ausschließlich die männliche Form verwendet. Sämtliche geschlechtsspezifischen Bezeichnungen beziehen sich jedoch immer gleichermaßen auf alle Geschlechter.
